Schon das erste Auto sollte sicher sein

Klar, der Autoführerschein ist teuer. Gesamtkosten von bis zu mehreren Tausend Euro sind keine Seltenheit. In der Folge ist das Budget, das für das erste eigene Auto zur Verfügung steht, oftmals knapp. Dennoch sollten gerade Fahranfänger nicht am falschen Ende sparen und vor allem auf die richtige Sicherheitsausstattung beim ersten Auto Wert legen.

Die Ansprüche, die viele junge Erwachsene an das erste eigene Auto stellen, sind hoch: So sollte das neue Fahrzeug in der Anschaffung und im Unterhalt nicht besonders teuer sein, zugleich ist vielen eine hohe Zuverlässigkeit und auch ein gutes, repräsentatives Aussehen beim Auto wichtig. Die Sicherheitsausstattung darf in dieser Aufzählung aber nicht fehlen, denn moderne Sicherheitstechnik kann nicht nur viele Unfälle verhindern, sondern im Fall des Falles auch Leben retten.

Die allermeisten Fahrzeuge verfügen über das Anti-Blockier-System (ABS). Dieses sorgt dafür, dass bei einer Vollbremsung das Fahrzeug lenkbar bleibt. Alle Autos, die ab Juli 2004 gebaut wurden, haben dieses System in der Regel serienmäßig an Bord. Bei älteren Modellen ist dies nicht immer so. Gerade die bei vielen Jugendlichen so beliebten Kultautos aus den 1980er und 1990er Jahren sind oftmals nicht mit diesem Sicherheitsfeature ausgestattet und sollten deshalb insbesondere von Fahranfängern auch nicht gekauft werden.

Mindestsicherheits-Ausstattung

Neben dem ABS sollte man auch auf ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) nicht verzichten. Dieses sorgt dafür, dass ein Fahrzeug nicht so schnell ausbricht und weder über- noch untersteuert. Im Grenzbereich ist der Pkw damit leichter zu beherrschen und bleibt eher auf der Straße. Ob ein Modell ein ESP-System hat oder nicht, sieht man von außen nicht, weshalb man dies anhand der Ausstattungsliste kontrollieren sollte. Oftmals wurde beispielsweise im Rahmen einer Modellpflege aus der ehemaligen Sonderausstattung eine Serienausstattung.

Im Notfall kann man auch mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer beim Hersteller nachfragen. Wichtig: Die Verkaufsbezeichnungen für dieses System können unterschiedlich sein. Alfa Romeo bezeichnet seine ESP-Variante beispielsweise als VDC (Vehicle Dynamics Control) und Volvo nennt es DSTC (Dynamic Stability and Traction Control). Andere Sicherheits-Ausstattungen wie zum Beispiel ein Spurhalteassistent, ein Bremsassistent, eine Berganfahrhilfe oder ein Abstandsregeltempomat, sind zwar sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig.

Während ABS und ESP dafür sorgen, dass es gar nicht zu einem Unfall kommt, helfen Airbags, wenn es zu einer Kollision kommt, indem diese sich blitzschnell entfaltenden Aufprallkissen schlimme oder gar tödliche Verletzungen vermeiden helfen. Deshalb gilt bei Airbags: je mehr, je besser. Ein Fahrer- und Beifahrerairbag sind dabei das Minimum. Apropos Airbag: Diese funktionieren nur dann effektiv, wenn der Gurt korrekt angelegt ist. Der Gurt ist nämlich im Auto der Lebensretter Nummer eins.

Tipps zur Probefahrt und Checklisten-Hilfen

Der Automobilclub ADAC hat auf seiner Website nicht nur „Tipps für den ersten Autokauf“, sondern auch eine Liste mit den „zehn besten Autos für Fahranfänger“ zusammengestellt. Zudem liefert der Automobilclub online detaillierte Erklärungen zu den unterschiedlichen Assistenzsystemen und verdeutlicht, welche sinnvoll sind und welche nicht (unbedingt) notwendig sind.

Bezüglich der Motorleistung sprechen sich die Experten übrigens für ein gesundes Mittelmaß aus, also weder zu viel, da dies zum Rasen verleitet, noch zu wenig, sodass auch ein zügiger Überholvorgang möglich ist. Etwa 100 PS sind nach Ansicht des ADAC ausreichend. Grundsätzlich gelten beim Autokauf für Fahranfänger natürlich die gleichen Regeln wie für jeden anderen Gebrauchtwagenkauf auch.

Worauf man dabei achten sollte, kann beim genannten Automobilclub online abgerufen werden. Zudem bieten diverse Gebrauchtwagenportale wie www.autoscout24.de oder www.mobile.de (herunterladbare) Checklisten an, die sicherstellen, dass man bei der Begutachtung und der Probefahrt nichts übersieht. Alternativ kann man einen Gebrauchtwagen auch bei den diversen Prüforganisationen wie Dekra e.V., Technischen Überwachungsverein (TÜV) oder GTÜ Gesellschaft für Technischem Überwachung mbH gegen einen kleinen Kostenbeitrag durchchecken lassen.

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